Diskussion zum Film „Das System Milch“

Am 19. September hatten die Grünen erneut ins Hofcafé eingeladen. In lockerer Runde wurde über den Dokumentarfilm „Das System Milch“ diskutiert, der im Filmpalast Wolfenbüttel am 5. September gezeigt wurde. Wo ist die vertretbare Grenze des Wachstums für Milchbauern, ob Bio oder konventionell? Der Film zeigt die Mechanismen einer weltweiten Milchvermarktung, die kaum noch mit Gesundheit von Mensch und Tier zu tun hat, sondern mit dem Profit weniger Großkonzerne. Angereichertes Milchpulver aus den Milchüberschüssen Europas wird in die Länder des Südens und Asiens exportiert und gefährdet die lokale Milchwirtschaft. Ist dieser Entwicklung Einhalt zu bieten, und wie? Was ist dabei die Rolle der Molkereien, welche Macht hat der Konsument? Diese Aspekte wurden rege diskutiert. Und wie sieht es auf der Lokalebene aus? Das Braunschweiger Land ist dank seiner besonders fruchtbaren Böden hauptsächlich durch großflächigen Ackerbau gekennzeichnet. Ein als Gast gekommener Bauer vom Klostergut Heiningen, einem der wenigen Bio-Milchviehbetriebe der Umgebung, schilderte die Herausforderungen eines modernen Milchviehbetriebs, der auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Tier und Mensch Wert legt. Der Hof arbeitet mit Direktvermarktung und verkauft nur regional. Und nun? „Regionalität stärken, für eine gute Vernetzung der kleinen Betriebe und Initiativen sorgen, sowie eine bessere Öffentlichkeitsarbeit zu bieten sind Lösungsansätze, die wir als Grüne unterstützen wollen“, fasste Ulrike Siemens, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen Wolfenbüttel, die Ergebnisse der lebendigen Diskussion zusammen. Als unterstützenwert wurde beispielsweise die Initiative „Marktplätze der Region“ genannt, ein Ansatz für Orte der Begegnung in den Dörfern, sowie das System der Solidarischen Landwirtschaft (SOLAWI). Auch der pädagogische Aspekt wurde angesprochen: „Kita und Schule sind wichtige Orte, um mit der Erziehung zur guten Qualität und Gesundheit anzufangen“, fand Britta Schinke von den Grünen Wolfenbüttel. „Dort können wir noch mehr gemeinsam tun, auch nicht zuletzt, um der Tendenz entgegenzuwirken, dass unsere Kinder immer ungesünder leben“. Die Zeit verflog schnell und die Grünen freuen sich auf den nächsten Film am 5. Dezember, „Paulette“, sowie die anschließende Diskussion zum Thema Altersarmut am 12. Dezember.

Bild: (c) Klostergut Heiningen

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