Stadtverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisiert die Entscheidung des Bauausschusses, das Parken auf dem Stadtmarkt zu ermöglichen
Die Bauarbeiten am Kornmarkt beeinträchtigen das Einkaufserlebnis in den anliegenden Geschäften und trüben die Stimmung auf den nahegelegenen Freisitzen. Im Zuge der Baumaßnahmen werden auch die beliebten Parkplätze in der Reichsstraße verschwinden, was die Parksituation im Stadtkern sicher verschlechtert. Zugegeben: Für die Einzelhändler und Gastronomen eine schwierige Situation. Dennoch hält der Stadtverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Entscheidung des Bauausschusses, das Parken auf dem Stadtmarkt zu ermöglichen, für falsch.
„Ein Einnahmenrückgang von rund 30 Prozent kann in der jetzigen Bauphase nicht auf fehlende Parkplätze zurückgeführt werden, denn nachwievor kann in der Reichsstraße geparkt werden. Vielmehr sind die Einbußen der Händler mit der fehlenden Laufkundschaft zu erklären, die die Bushaltestellen am Kornmarkt mit sich gebracht haben. Dass zusätzliche Parkplätze auf dem Stadtmarkt die Situation verbessern, ist also allenfalls Spekulation. Die Absicht des Bürgermeisters, den Geschäftsleuten am Kornmarkt mit diesem Schritt zu zeigen, dass die Stadt sie unterstützt, ist gut gemeint, aber unserer Auffassung nach wenig effektiv. Im Gegenteil werden durch den PKW-Verkehr auf dem Stadtmarkt neue Konflikte geschaffen. Wie gemütlich sitzt es sich künftig auf dem Freisitz des Café am Stadtmarkt, wenn die Schlange parkplatzsuchender Autofahrer vorbeizieht?“, argumentiert Vorstandsmitglied Sascha Poser. Die von der CDU-Fraktion angestrebte Möglichkeit des Kurzzeitparkens auf dem Stadtmarkt fördert Parksuchverkehr in der Innenstadt, nicht aber die Belebung des Handels.
Die Wolfenbütteler GRÜNEN sind mithin der Auffassung, dass es im Stadtkern und in unmittelbarer Umgebung (Schloßplatz, Spinnereiparkplatz, Rosenwall, Harztorwall, Parkplatz am Cinestar, Parkpalette am Landeshuter Platz, etc.) ausreichend Parkraum gibt, um seine Anliegen in der Stadt zu erledigen. Die Wirtschaftsförderung sollte stattdessen beim öffentlichen Nahverkehr ansetzen und damit die eigentliche Ursache des Problems angehen. Denkbar vor allem an Markttagen wäre zum Beispiel ein Shuttle Service. Und wenn es um Gesten geht, könnte die Stadt in diesem Jahr beispielsweise auf die Umlage für die Weihnachtsdekoration verzichten oder sie bietet über das Stadtmarketing eine Werbeplattform für die Händler am Kornmarkt an.


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