v.l. Petra Sarstedt-Hülsmann, Lena Krause und Angelika Uminski im Filmpalast

Demokratie braucht Inklusion

Wie gelingt ein gutes Leben mit Behinderung?


Behindert, denken viele, das sind nur „die anderen“. Tatsächlich aber lebt fast jede zehnte Person in Deutschland mit einer schweren Behinderung. Nur ein geringer Teil davon, rund drei Prozent, gilt schon vom ersten Lebensjahr an als behindert. Mit Abstand die meisten Beeinträchtigungen ereilen die Menschen erst im Lauf ihres Lebens, etwa in Folge einer schweren Krankheit. Aber wie ist es um die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung bestellt? Marcus Graubner, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland e.V., erklärte, dass Deutschland auch 15 Jahren nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention von ihrer Umsetzung noch weit entfernt sei. Auch von einer Barrierefreiheit sei man „meilenweit“ entfernt.

Stadt- und Kreisverband der GRÜNEN nahmen das zum Anlass, um dieses Thema in verschiedenen Veranstaltungen genauer zu beleuchten. In der Reihe DER GRÜNE FILM lief am 6. März der Spielfilm „Mein Blind Date mit dem Leben“, der die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, dessen Sehvermögen innerhalb weniger Monate auf 5 Prozent zurückging. „Ein großartiger Film, der Mut macht! Die unglaubliche Entschlossenheit der Hauptfigur, seine Behinderung nicht als Begrenzung zu akzeptieren, sondern als Ansporn zu nehmen, hat mich tief beeindruckt. Der Film kreist aber auch immer um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit Behinderten umgehen; wie vorschnell wir sie in Schubladen stecken und ihnen Fähigkeiten absprechen, statt sie in ihren Zielen ernst zu nehmen und zu unterstützen“ sagt Petra Sarstedt-Hülsmann.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch eine Podiumsdiskussion am 5. April um 17:00 Uhr in der Kommisse in Wolfenbüttel. Unter dem Titel „Wie gelingt ein gutes Leben mit Behinderung?“ diskutieren Vertreter*innen von Verbänden, Organisationen und Betroffene mit Katrin Langensiepen. Sie ist Europaabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und engagiert sich als einzige weibliche Europaabgeordnete mit sichtbarer Behinderung für die Rechte von Menschen mit Behinderung und versucht derzeit, eine starke europäische Strategie gegen Diskriminierung voranzubringen. Zu den Podiumsgästen gehören Steffi Elina Bischoff von der Freiwilligenagentur, Andree Dube und Jörg Wachsmann vom Blinden- und Sehbehindertenverband, Marcus Eckhoff als Geschäftsführer von Wohnen und Betreuen der Stiftung Neuerkerode, Maximilian Pink als Geschäftsführer von DRK-inkluzivo, Thomas Sodomann als Vertreter des Niedersächsischen Instituts für die Gesellschaft Gehörloser und Gebärdensprache, Thomas Strube vom Beirat für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Wolfenbüttel und Parasportler, Diana Wittig als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und die Geschäftsführerin von La Vie Reha, Corinna Wollenhaupt. Die Moderation der Diskussion übernimmt Chantal Gutacker. Bei der Diskussionsveranstaltung werden zwei Gebärdendolmetscherinnen anwesend sein. Vor und nach der Diskussion besteht die Möglichkeit die Ausstellung „EinBlick in mein Leben“ zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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